😤 Meine Charaktere sprechen mit mir


Herzliche Grüße von meinem Schreibtisch im Pfälzerwald. Wie schön, dass du wieder dabei bist.

Sechs Wochen kein Newsletter! Ich erkläre dir, was los war. Warum mir mein eigener Hauptcharakter in dieser Zeit ordentlich die Meinung gesagt hat. Und du erfährst, wie der Titel des ersten Bandes heißen wird.

🕵️ Einblicke in die Krimizentrale (9)

In dieser Rubrik nehme ich dich mit hinter die Kulissen meines aktuellen Buchprojekts. Und es ist ein ganz besonderes, denn ich betrete Neuland: Ich schreibe eine regionale Krimiserie.

Was in sechs Wochen passiert ist

Ich dachte, der Plot sei fertig. 230 Szenen geplant, alle Action Points durchgearbeitet, alles aufeinander abgestimmt. Ich war überzeugt, dass ich einfach loslegen und schreiben kann.

Seitdem tauchten immer wieder Dinge auf, die ich ändern, anpassen oder neu denken musste. Szenen, die in der Planung funktioniert hatten und beim Schreiben plötzlich nicht mehr passten. Logiken, die ich für wasserdicht gehalten hatte und die dann Risse bekamen. Manchmal waren es Kleinigkeiten, manchmal größere Änderungen, die wieder andere Dokumentanpassungen nach sich zogen. Dass das passieren würde, hatte ich erwartet.

Überrascht hat mich trotzdem etwas.

Lohoff mochte sich selbst nicht

Ich schrieb eine Szene mit Lohoff, folgte meinem Plan und dem, was ich für ihn vorgesehen hatte. Und irgendetwas stimmte nicht. Nicht an der Szene, nicht an der Logik, sondern an ihm. Er verhielt sich so, wie ich ihn geplant hatte, aber nicht so, wie er in Wirklichkeit war.

Das ist ein seltsamer Satz für jemanden, der eine Figur selbst erfunden hat. Aber wer schreibt, kennt das Gefühl wahrscheinlich: Der Charakter wehrte sich, er machte nicht mit, er sagte ohne Worte: So bin ich nicht.

Also ging ich zurück. Nicht ganz zum Anfang, aber zu den Grundlagen des Charakters. Was wollte Lohoff wirklich? Nicht was er sagte, nicht was er tat, sondern was ihn antrieb, wenn niemand zuschaut? Das hat Zeit gekostet. Gute Zeit, aber es hat sich gelohnt.

Er ist noch nicht ganz fertig, aber er ist ehrlicher geworden. Und das merkt man beim Schreiben sofort. Die Szenen liefen anders, wenn der Charakter stimmte, leichter, klarer.

Was ich dabei nicht eingeplant hatte: Kaum hatte ich Lohoff in Arbeit genommen, meldeten sich zwei weitere Hauptcharaktere zu Wort. Wenn Lohoff überarbeitet wird, dann wollten sie das für sich auch.

Ich kann das irgendwie nachvollziehen. Wenn sich einer verändert, verschiebt sich das Gleichgewicht, und die anderen merken, dass auch bei ihnen noch etwas nicht stimmt. Also stand ich plötzlich nicht vor einer Baustelle, sondern vor dreien. Ich bin gespannt, wann der Nächste anklopft 😇.

Etwas Wichtiges, das ich gelernt habe: Der Moment, in dem ein Charakter anfängt, sich zu wehren, ist der Moment, in dem er echt wird.

Bist du neugierig geworden?

Wenn du Lust hast, mich auf diesem Weg zu begleiten, dich für Krimistrukturen interessierst, dann bleib dran.

Frage an dich, falls du Autor bist:
Hast du das auch erlebt, dass ein Charakter sich gegen dich gestellt hat? Wie bist du damit umgegangen, hast du hingehört oder dich durchgesetzt?

Schreib mir gerne deine Erfahrungen, ich bin gespannt auf den Austausch!

Wenn du Leser bist:
Magst du Ermittler, die ein Eigenleben haben, die sich nicht einfach führen lassen? Oder willst du einen, der einfach funktioniert?

Antworte einfach direkt auf diese eMail / den Post oder folge mir auf Instagram oder LinkedIn: @tom.glasauer

Bis zur nächsten Nachricht aus der Krimizentrale!

Der Titel des ersten Bandes steht

Ich habe ihn bisher noch nicht öffentlich genannt, aber wer meinen Newsletter liest, erfährt es zuerst:

Band 1 heißt "Hackmesserseite".

Die Hackmesserseite ist eine echte Gegend am Rande des Pfälzerwaldes, südwestlich von Pirmasens, entlang der französischen Grenze. Der Name entstand in den 1790er Jahren, während der Französischen Revolution. Das Hackmesser war der Volksmund-Begriff für die Guillotine, und die Gegend trug fortan diesen Namen.

Was mich daran fasziniert: Die Ereignisse von damals sind nicht nur Namensgeber, sie sind heute noch Treiber. In meinem Krimi jedenfalls. Was vor mehr als zweihundert Jahren in dieser Gegend passiert ist, wirkt bis in den Fall hinein, den Lohoff und Zuza aufklären müssen.

Eine Region, die nach einem Hinrichtungswerkzeug benannt ist, und eine Geschichte, in der das keine bloße Metapher ist. Ich fand, das passt.

Was löst der Titel bei dir aus? Was stellst du dir darunter vor, bevor du auch nur eine Seite gelesen hast? Ich bin neugierig auf deine erste Reaktion, antworte einfach direkt auf diese E-Mail.

Noch nicht angemeldet?

Wenn dir dieser Newsletter zufällig in die Hände gefallen ist – vielleicht weitergeleitet von einem lieben Menschen oder über Umwege bei dir gelandet –, dann kannst du dich hier ganz unkompliziert und kostenfrei anmelden:

👉 Hier zum Newsletter eintragen

So verpasst du künftig keine Neuigkeiten, Lesestücke und Einblicke mehr.

Du darfst ihn natürlich auch gerne an andere weiterleiten, ich würde mich freuen
😃

Herzliche Grüße: Tom
Meine Bücher | Blog | Impressum
facebook linkedin instagram website 
Email Marketing Powered by MailPoet