Kreativitätstechniken – Teil 1 – Brainstorming

Die wohl bekannteste und am häufigsten falsch angewandte Technik ist mit Abstand das Brainstorming. Umfragen in Unternehmen haben ergeben, dass das Brainstorming einen Anteil von knapp drei Viertel beim Einsatz von Kreativitätstechniken hat. Dies rührt zum größten Teil daher, dass die Voraussetzungen für Brainstorming fast überall gegeben sind: Eine Gruppe von Personen ist beisammen und notiert alle Einfälle der Teilnehmer zu einem Thema oder einer Aufgabenstellung. Fertig!?

Auch für Brainstorming gelten Regeln

Nein, so einfach ist es nicht. Gerade weil jeder denkt, er kann mit dieser Methode umgehen, passieren hier viele Fehler. Das Wichtigste: Auch das Brainstorming ist eine Kreativitätstechnik und sollte sich deshalb an die Regeln halten. Am häufigsten wird beim Brainstorming gegen die „Nicht bewerten“-Regel verstoßen: Kreativitätstechniken sind dazu da, möglichst viele Ideen zu sammeln, ohne den kreativen Prozess durch positive oder negative Kritik zu unterbrechen. Da die meisten Menschen Brainstorming ohne die Kenntnis dieser Regel einsetzen, lassen die Ergebnisse dieser Methode oftmals zu wünschen übrig.

Brainstorming zur Füllung des Ideenpools

Nicht selten werden in ungeübten und nicht-moderierten Gruppen nur alte und bekannte Argumente zusammengetragen, da das Brainstorming bei den Teilnehmern nur alte Ideen zu Tage fördert. In solchen Fällen sollte das Brainstorming dazu benutzt werden, den initialen Ideenpool zu füllen, auf dem dann mit assoziativen Methoden aufgesetzt werden kann, die dann verschiedene Ideen miteinander verknüpfen.

Das Umfeld muss stimmen

Ein – nicht nur beim Brainstorming – missachtetes Kriterium für den erfolgreichen Einsatz von Kreativitätstechniken ist das Umfeld, in dem die Methode angewandt wird. Beim Brainstorming im üblichen Besprechungsraum stellt sich nur selten ein kreativer Geist ein. Sorgt man für Ablenkung dann fällt es den Teilnehmern leichter, die Gedanken abschweifen zu lassen.

Interdisziplinäre Zusammenstellung des Teams

Wenn nur Personen der gleichen Fachrichtung und eines vergleichbaren Wissensstandes zusammen „brainstormen“, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie ähnliche Gedankengänge und damit Einfälle haben, sehr hoch. Deshalb sollte beim Brainstorming die Zusammenstellung der Gruppe interdisziplinär sein, denn je breiter die Wissens-Vielfalt der beteiligten Personen, desto größer die Ausbeute an unterschiedlichen Ideen.

Tipp
Eine weitere Gefahr besteht bei Gruppen, deren Teilnehmer sich kennen: sie kommen „ins Reden“. Bei vielen regelmäßigen Meetings (Abteilungstreffen, Projektmeetings, etc.) sind immer die gleichen Teilnehmer anwesend. Hier sollte man durch Auflockerung der Sitzordnung, durch unterschiedliche Besprechungsräume und bewusste Hinweise auf die Regeln der Kreativität der Monotonie vorbeugen.

One thought on “Kreativitätstechniken – Teil 1 – Brainstorming

Schreibe einen Kommentar