Wie weit weg sind wir von London und Manchester?

Wie weit weg sind wir von London und Manchester?

So betroffen uns die Bilder der letzten Anschläge in England (und anderen Ländern) auch machen, die meisten von uns fühlen sich doch eher weit weg davon. Zumindest ging es mir so, als wir vor einer Woche zu einem Kurzurlaub in den Süden Spaniens abflogen.

Doch bei einem Besuch der britischen Enklave Gibraltar waren wir plötzlich mitten im Geschehen: Betonblockaden an den Eingängen der Fußgängerzonen, Sicherheitssiegel auf allen Kanaldeckeln, zugeklebte und versiegelte Mülleimer, Polizeipatroullien.

Dass diese SIcherheitsvorkehrungen ernst gemeint und nicht nur zur Beruhigung der Einwohner und Touristen vorhanden waren, konnten wir bei einer Polizeistreife beobachten, deren Runde unseren Weg kreuzte: Die Unversehrtheit aller versiegelten Mülleimer wurde geprüft und sobald eines der Sicherheitssiegel am Boden gerissen war, wurde mit großer Ernsthaftigkeit die Ursache geprüft und das Siegel ersetzt.

Daher kann ich mir die Antwort der einleitenden Frage selbst geben: Auch wenn es uns meist nicht bewusst ist, sind wir näher am Weltgeschehen, als wir denken. Doch wir lassen uns nicht vom Leben abhalten!

Das Geheimnis des Seelenspiegels

Das Geheimnis des Seelenspiegels

Die wundersame Reise zum wahren Selbst


Vor langer Zeit in einem fernen Land: Der junge Händler Mansaar hat alles, was man sich nur wünschen kann – ein gut gehendes Geschäft, eine schöne Frau und zwei wohlgeratene Kinder. Doch statt sich an seinem Erfolg zu erfreuen und seinen Reichtum zu vermehren, wie es von ihm erwartet wird, verspürt er ein zunehmendes Unbehagen und wachsende Verzweiflung. Selbst die angesehensten Ärzte können ihm nicht weiterhelfen. Allein der geheimnisvolle Seelenspiegel scheint Heilung zu versprechen, doch die Suche danach ist lang und beschwerlich. Mansaar begibt sich auf eine Reise ins Ungewisse …

Ein farbenprächtiger, exotischer Roman mit einem hochaktuellen Thema: Mansaars Reise steht sinnbildlich für die Bemühungen, uns aus Fremdbestimmung zu lösen, zu innerem Gleichgewicht zurückzufinden und ein zufriedenes, erfülltes Leben zu führen.

Autor:Tom Glasauer
Gebundene Ausgabe:240 Seiten
Verlag:Ansata
Sprache:Deutsch
ISBN-10:3778775251
ISBN-13:978-3778775257
Link:AMAZON

Aus zwei mach eins

Wie schon unzählige Male zuvor näherte sich die Welle dem schmalen Spalt zwischen den beiden Felsen. Und wieder würde sie sich dagegen werfen und versuchen, sich hindurchzuzwängen, doch es würde auch dieses Mal nicht funktionieren, die Lücke war einfach zu schmal. Ein Teil von ihr könnte es bis auf die andere Seite schaffen, doch der größere Teil würde auf dieser Seite bleiben.

Das Meer auf der anderen Seite der Lücke war von ihr nur wenige Meter getrennt, doch sie unterschieden sich gravierend. Während das Meer, in dem die Welle geboren wurde, von Leben nur so wimmelte, konnten auf der anderen Seite nur Bakterien und Kleinstorganismen existieren.

Der Spalt war die einzige Verbindung des kleinen, jenseitigen Meeres zu dem riesigen, diesseitigen Ozean. Dementsprechend fand so gut wie kein Wasseraustausch statt. Durch die Lage in einer der wärmeren Klimazonen der Erde verdunstete täglich mehr Wasser als durch Flüsse oder diese schmale Lücke zufließen konnte. Die Folge war ein Absinken des Wasserspiegels und eine so enorm hohe Salzkonzentration, dass kein Lebewesen darin überdauern konnte.

Doch das war nicht immer so gewesen.

Vor vielen Millionen Jahren gehörte dieses Meer sowie die damals an seinen Ufern liegenden Länder zu einer der wichtigsten Regionen für eine Spezies namens Mensch. Ein- oder zweimal im Jahr zogen sie – wandernden Heuschrecken gleich – von ihren Behausungen Richtung Süden ans Meer um irgendwo an dessen Gestaden Erholung und Ablenkung von der Last des Alltags zu finden.

Das Meer verband viele der Menschen in ihren Wünschen und Sehnsüchten, doch es trennte auch arme und reiche Länder voneinander. Als die Landmassen noch Namen trugen, hießen sie Europa und Afrika, doch die Menschen, welche dort lebten und ihnen ihre Namen gaben, existieren seit ewigen Zeiten nicht mehr. Sie wurden ausgelöscht durch die katastrophalen Folgen ihrer unbedachten und egoistischen Handlungen.

Unbeirrt von diesen Dingen zog die Welle ihre Bahn. Sie war kurz vor dem Spalt und machte sich bereit, sich hindurchzuwerfen, als sie tief unter dem Meeresboden eine gewaltige Erschütterung spürte. Und gleichzeitig geschah etwas Unglaubliches: Der Spalt schloss sich!

Wo gerade noch ein schmaler Durchlass zwischen den beiden Meeren existierte, verbanden sich nun die Gesteinsmassen miteinander um eine dauerhafte Brücke zwischen den Kontinenten zu schaffen.

Gibraltar und das Atlasgebirge standen sich seit ewigen Zeiten auf Sichtweite gegenüber, nun hatten sie sich vereint und aus dem Mittelmeer ein zum Sterben verurteiltes Binnenmeer gemacht.

Die Welle warf sich ein letztes Mal gegen die Felsen, zwischen denen sich gerade noch ein Spalt befanden hatte, dann brach sie.

Niemals mehr sollte es einer Welle gelingen, frisches Wasser ins Mittelmeer zu transportieren.

Der letzte Seiner Art

Er ließ sich langsam auf den Boden sinken, denn er hatte keine Kraft mehr.

Seit sehr langer Zeit streifte er durch das Unterholz der Insel auf der erfolglosen Suche nach seinen Artgenossen. Nun waren seine letzten Reserven aufgebraucht. Er war alt, doch seine Instinkte hatten ihn wie in all den Jahren zuvor dazu getrieben, sich ein Weibchen für die Paarung zu suchen. Die Erhaltung des Fortbestandes seiner Art steckte tief in seinen Genen, doch dieser Trieb allein war nutzlos. Ohne eine Partnerin konnte er kein frisches Leben in die Welt setzen. Und selbst mit einer willigen Partnerin gelang ihm das in den letzten Jahren so gut wie nie. Es lag nicht daran, dass die Paarung nicht klappte oder sie keine Eier legte. Die Schwierigkeiten begannen danach.

Mit einer Größe von knapp einem Meter und einem Gewicht von fast zwanzig Kilo zählte seine Art zu den größten Tieren auf der kleinen Insel im Indischen Ozean. Es gab keine Raubtiere, daher hatten sie keine Feinde zu fürchten und so verloren sie Ihre wichtigsten Überlebensfähigkeiten: Das Fliegen und die Angst vor anderen Lebewesen.

Doch die Situation im vermeintlichen Paradies änderte sich dramatisch, als der Mensch im Zuge der Eroberung der Welt auch die Insel fand, auf der die Vorfahren des Vogels seit Jahrhunderten ungestört lebten. Die Lücken, die in ihre Reihen geschlagen wurden, weil die Seeleute Proviant für die langen Überfahrten benötigten, waren zwar schmerzhaft, doch sie waren nicht so groß, als das sie durch eine gesunde Population nicht wieder ausgeglichen werden konnten.

Viel tödlicher waren die ungebetenen Mitreisenden, die heimlich von Bord der vor Anker liegenden Schiffe an Land flohen. Die Nager konnten schwimmen und fanden auf der Insel paradiesische Zustände vor. Kaum Fressfeinde und Futter im Überfluss. Sie bevorzugten die Eier seiner Art, da sie sehr nahrhaft waren und die Gelege von den Eltern nicht verteidigt wurden.

Gegen Menschen und Ratten hatten die zutraulichen, flugunfähigen Vögel mit dem hellgrauen Gefieder und dem markanten Schnabel keine Chance.

Dies alles wusste der Vogel nicht, der sich im Frühling des Jahres 1690 im Unterholz der Insel Mauritius ausruhte um neue Kraft zu sammeln. Er wusste auch nicht, dass seine Suche erfolglos bleiben würde, da er das letzte lebende Exemplar seiner Art auf der Erde war.

Die Erschöpfung ging dieses Mal tiefer. Ihm fehlte selbst die Kraft, die reifen Früchte, die direkt vor seinem Schnabel auf dem Waldboden lagen, zu fressen. Sie hätten ihm frische Energie geliefert, doch er schien zu spüren, dass es vergebens war. Er hatte aufgegeben.

Er schloss die Augen, da er die Lider nicht mehr offen halten konnte. Sein Kopf mit dem roten Punkt auf dem Schnabel senkte sich langsam auf eine Seite. Es schien, als wollte er sich nur kurz schlafen legen um danach mit neuer Kraft seinen Instinkten zu folgen.

Wenige Augenblicke, nachdem sein Kopf den feuchten Waldboden berührt hatte, tat sein Herz den letzten Schlag.

Seine Suche war vorbei.

Und so geschah es, dass der Dodo bereits hundert Jahre nach seiner Entdeckung ausgestorben war.

Das Versteck der Weisheit

Vor langer Zeit überlegten die Götter, dass es sehr schlecht wäre, wenn die Menschen die Weisheit des Universums finden würden, bevor sie tatsächlich reif genug dafür wären. Also entschieden die Götter, die Weisheit des Universums so lange an einem Ort zu verstecken, wo die Menschen sie solange nicht finden würden, bis sie reif genug sein würden.

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Das schönste Herz

Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt und erklärte, dass er das schönste Herz im ganzen Tal habe. Eine große Menschenmenge versammelte sich, und sie alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt. Es gab keinen Fleck oder Fehler in ihm. Ja, sie alle gaben ihm Recht, es war wirklich das schönste Herz, das sie je gesehen hatten. Der junge Mann war sehr stolz und prahlte noch lauter über sein schönes Herz.

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