Meditation – Opium fürs Gehirn

Für jeden, der meditiert, stellt sich im Hinblick auf Entspannung die Frage der Wirksamkeit von Meditation nicht, denn er spürt den Effekt. Für alle anderen, die sich vielleicht fragen, wie die Entspannung durch Meditation funktioniert, gibt es relativ neue Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Forschung.

Was ist eigentlich Entspannung?

Unter Entspannung versteht man eine körperliche und mentale Reaktion, die einer Stressreaktion entgegenwirkt. Im Stress werden bestimmte Körperfunktionen (Blutdruck, Kreislauf, etc) angekurbelt, in einer Entspannungsphase werden diese Funktionen wieder reguliert und auf einen normalen Level gebracht.

Funktionskreislauf der Entspannung

Der Funktionskreislauf dieser angestrebten Entspannungsantwort beginnt durch die erhöhte Ausschüttung des Botenstoffes Dopamin, der u.a. zu körpereigenem Morphium (gehört zu den Opiaten) umgewandelt wird. Dopamin (das sog. Glückshormon) und Morphium haben den Effekt, dass wir uns glücklicher und entspannter fühlen, doch erst die Bildung von Stickstoffmonoxid durch einen erhöhten Morphiumspiegel sorgt dafür, dass Blutdruck, Kreislauf, Gefäß-, Nerven-, Immun- und Magen-Darm-System heruntergeregelt werden und wir auch körperliche Entspannung fühlen können.

Evolutionärer Zusammenhang zwischen Stress und Entspannung

Da mit den gleichen Bausteinen jedoch nicht nur die Entspannung „entsteht“, sondern (durch Stresshormone) auch der Stress, scheint es einen evolutionären Zusammenhang zwischen Stress und Entspannung zu geben.

Alle wirksamen Entspannungstechniken (Meditation, QiGong, etc.) liefern das Substrat (Dopamin) für diesen Funktionskreislauf und sorgen so dafür, dass wir uns mental und körperlich entspannen können.

Denselben Effekt kann man auch erreichen, wenn man an etwas glaubt (Placebo Effekt), ein Abenteuer erlebt („Kick“) oder im „Flow“ (z.B. an der Kletterwand) ist.

Man kann also sagen, Meditation ist wie Opium fürs Gehirn – allerdings ohne die unerwünschten Nebenwirkungen!

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