Ist Entspannung Business-kompatibel?

Unter Spannung zu stehen wird von vielen als Bestandteil ihres Berufes blind akzeptiert. Eine Reflexion, ob diese Spannung notwendig oder vermeidbar ist, findet meist nicht statt. Im Gegenteil: Ein voller Kalender wird als Statussymbol betrachtet und das Stöhnen über die Vielzahl an Terminen gehört zum alltäglichen Berufsleben.

Die Beschleunigung der Arbeitswelt ist eine Tatsache, mit der wir leben müssen, die wir aber auch nicht verändern wollen oder können.

Business-Vokabular: Entspannung? Ruhe? Erholung?

Die möglichen Konsequenzen dieses permanent-Stresses werden verharmlost oder ignoriert, denn Begriffe wie Entspannung, Ruhe, Erholung, Muße oder Pause findet man im modernen Business-Vokabular eher selten.

Spricht man jedoch mit den Menschen über Ihre Arbeitsbelastung, wird sehr schnell klar, dass viele Entspannung nötig haben, aber keinen Weg sehen, diese in ihren beruflichen Alltag zu integrieren.

Verursacht Entspannung ein schlechtes Gewissen?

Ist es nicht vielmehr so, dass man ein schlechtes Gewissen bekommt, wenn man sich in der Mittagspause nach dem Essen noch Zeit nimmt, mit den Kollegen zu plaudern oder sich zwischendurch einfach einmal ein paar Minuten auf die Terrasse setzt?

Stichworte wie Effizienz und Pflichtbewusstsein kommen einem in den Sinn, doch meist denkt man nicht daran, dass man krank dem Unternehmen auch nichts nützt!

Burnout als Auszeichnung

Symptomatisch ist, dass heutzutage selbst die krankhaften Folgen von Dauer-Stress wie eine Auszeichnung betrachtet werden, denn Burnout haben ja nur engagierte, wertvolle Mitarbeiter, oder?

Es stellt sich die Frage, ob Entspannung Business-kompatibel ist? Welchen Stellenwert hat das Herunterfahren, bzw. warum muss man immer auf Hochtouren laufen um das Gefühl zu haben, ein wertvoller Mitarbeiter zu sein?

Dabei birgt aus unternehmerischer Sicht ein Mitarbeiter, der ständig unter Strom steht, ein nicht zu unterschätzendes Risikopotenzial!

Der strategische Wert individueller Entspannung

Die Aufgabe der Unternehmen, aber auch jeder Führungskraft muss es sein, bei den Mitarbeitern ein gesundes Bewusstsein für den strategischen Wert individueller Entspannung zu wecken und zu fördern.

Entspannung ist der Gegenspieler von Stress und kann sehr viele positive Effekte haben:

  • nachhaltige Stressbewältigung und -resistenz
  • erhöhte Emotionsregulation und
  • gesteigerte Problemlösungskompetenz, Konzentrations- und Kommunikationsfähigkeit
  • Stärkung von Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen
  • mehr Energie und Gelassenheit
  • Verminderung von körperlichen und psychischen Symptomen
Für Unternehmen ergeben sich daraus deutliche Vorteile:
  • Verbesserung der Stressresistenz (Mitarbeiter und Führungskräfte)
  • Reduzierung stressbedingter Arbeitsausfälle
  • Kompetenzsteigerung (Konflikte und schwierige Situationen)
  • Verbesserung der Teamfähigkeit, Kommunikation und des Arbeitsklimas
  • Zunahme von Belastungsfähigkeit und Selbstvertrauen
  • Verbesserung sozialer Handlungskompetenzen

Die richtige Schnittstelle muss gefunden werden

Wie man sehr deutlich erkennen kann, würde eine geförderte Entspannungskultur nicht nur den Mitarbeitern, sondern auch den Unternehmen gut tun.

Doch um die Entspannung „salonfähig“ zu machen, muss zuerst die passende Schnittstelle gefunden oder geschaffen werden. Die Entspannung muss in das Unternehmenskonzept integriert werden und dann so lange Fahrt aufnehmen, bis sie fest in den Unternehmenswerten und in der Unternehmenskultur verankert ist.

Achtsamkeit und Meditation im Management

Das obere Management vieler Unternehmen hat diese Schnittstelle schon für sich entdeckt: Achtsamkeit und Meditation.

Eine Studie hat herausgefunden, dass Jung-Manager viel seltener fernöstliche Entspannungstechniken (Entspannungsübungen, Entspannungsverfahren) einsetzen als ihre erfahreneren Kollegen. Diese haben das Potenzial von Ruhe und Gelassenheit mehrheitlich verstanden und nutzen die viele hundert Jahre alte, vielfältige und wirksame Kultur der Entspannung und des mentalen Selbstschutzes.

Die Jugend ist die Zeit, Weisheit zu erforschen. Das Alter ist die Zeit, sie anzuwenden.

Jean-Jacques Rousseau

Akute und strategische Entspannung

Raum & Zeit ist ein Programm zur nachhaltigen Stressbewältigung und Entspannung, das speziell für Mitarbeiter in stressintensiven Situationen entwickelt wurde.

Es ist modular aufgebaut, so dass es sich leicht in die Rahmenbedingungen Ihres Unternehmens (Prozesse, Kultur, Werte, …) integrieren lässt. Durch diese Flexibilität ist Raum & Zeit in jedem Unternehmen einsetzbar.

Genauso wie sich Raum & Zeit in das zentrale Gesundheitsmanagement eines Unternehmens einbetten lässt, genauso sind dessen Module auch punktuell für einzelne Mitarbeiter außerhalb des betrieblichen Kontextes individuell nutzbar.

Raum & Zeit: für Führungskräfte & Mitarbeiter

Basierend auf den positiven Erfahrungen, die in den letzten Jahrzehnten weltweit von vielen Trainern in tausenden Achtsamkeitstrainings gemacht wurden, sowie den wissenschaftlichen Untersuchungen, die den erfolgreichen Einsatz der Achtsamkeit im beruflichen und therapeutischen Umfeld nachweisen konnten, ist der Kern von Raum & Zeit ein achtwöchiges Training: Es beinhaltet zwei Hauptmodule für eine akute und eine strategische Anwendung sowie – darin integriert – separate Bausteine für Mitarbeiter und Führungskräfte.

Finden Sie den Unterschied zwischen RAUM&ZEIT und herkömmlichen MBSR-Kursen im Artikel "RAUM&ZEIT vs MBSR"

One thought on “Ist Entspannung Business-kompatibel?

  1. Vielen Dank für die wertvolle Zusammenfassung. Es ist schon hilfreich sich der Problematik bewusst zu werden. Dabei erfordert es eine Menge Mut und Selbstdisziplin einfahrene Strukturen nachhaltig zum Positiven zu verändern. Die vorgetragenen Gedanken gehen dabei in die richtige Richtung.

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